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Die Talsperre Malter - Geschichte von Seifersdorf(Quellverzeichnis: Seifersdorf - unsere Heimat, Verfasser: Christoph Beger)
Seifersdorf am Fuße des Osterzgebirges
Ähnlich dem Gesteinsaufbau des Osterzgebirges sind in Seifersdorf und Umgebung die
Gneise und ihre Verwitterungsdecken, kleinflächig wird der
geologische Untergrund durch Quadersandstein gebildet.
Seifersdorf entstand als Waldhufensiedlung, die ab etwa 1565 auch durch Häusler und Gärtner ergänzt wurde.
Ortsentstehung
Anfang des 12. Jahrhunderts strömten deutsche Siedler in dieses Gebiet. Ihrer Herkunft nach waren sie mitteldeutsch, thüringisch, obersächsisch, fränkisch, bayrisch. Deutsch waren sie alle, die den Ort gründeten. So kamen auch Siedler zur Roten Weißeritz und fanden das Seitental geeignet, um sich anzusiedeln. In jener Zeit erschallten Axtschläge, die Urwaldriesen stürzten, und ins urbargemachte Rodeland säte man den mitgeführten Samen, Hütten entstanden. Der neugegründete Ort und seine Umgebung befanden sich zu dieser Zeit im Besitz des Burggrafen Otto II. von Dohna. Er war es, in dessen Auftrag die Ansiedler unter Führung eines seiner Vertrauten, des Lokators Sivert oder Siuert von Rabenau aus, die Burg dort gehörte zu Dohna, in unsere Gegend gesandt wurden. Ein Gründungsjahr ist nicht bekannt. Urkundlich wird unser Ort erstmals am 04. Juli 1282 als "Siuertsdorph" erwähnt. In dieser Urkunde, einer Schenkungsurkunde, vermachte Burggraf Otto II. dem Kloster Altzella bei Nossen am 4.7.1282 1 ½ Pfund Pfennige in Freiberger Münze, die in Seifersdorf eingenommen werden sollten, zur Abhaltung von Seelenmessen für seine in Altzella ruhenden Vorfahren. Seifersdorf ist als reines Waldhufendorf entstanden. Etwa 30 freie deutsche Bauern nahmen Besitz von dem ihnen zur Kolonisation gewährten Lande und bauten ihre Höfe vom Weißeritztal in Richtung von NO nach SW zu beiden Seiten eines Baches bis zur Höhe aufwärts. Jeder Bauer erhielt eine gleich große Hufe; nur der Pfarrer und der Schulze bekamen 2 Hufe. Die Größe der deutschen Hufe schwankte zwischen 20 und 40 Acker, meist enthielt sie 30 Acker = 16,60 Hektar. Die Felder waren handtuchartig angelegt. Die Schmalseite 5, die Langseite 60 Ruten. 1 Rute maß 4,29 m. Jede Hufe hatte ihren Feldweg, der meist in der Mitte lag. An dieser Aufteilung hat sich im wesentlichen bis zur Bildung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft nichts geändert. Die Zwangskollektivierung geschah im Frühjahr 1960. Den Kern des Ortes bildet als Hauptgut das Erbgericht auf der östlichen Seite, dem das Pfarrgut auf der Westseite gegenüberlag. Die Landfläche, die der zu gründenden Dorfgemeinde von dem Dohnaer Lehnsherrn angewiesen wurde, erstreckte sich von der Roten Weißeritz bis zum Borlasbach westwärts und vom Seifener Wasser bis zur Flur Spechtritz nordwärts. Zuzug und Erbteilung veränderten die soziale Schichtung des Ortes. Neben den Bauern fanden sich die Gärtner (Hintersassen) mit einem Häuschen und einem Stück Gartenland, das als Acker oder Krautgarten verwendet werden konnte. Dieses Gartenland unterlag dem Flurzwange des Bauerngutes nicht. Die Bauern mussten die Felder mit dem Pfluge bestellen, mit Getreide besäen und nach festgelegter Art und Weise zur Weide liegen lassen. Die Gärtner bestellten es meist Jahr für Jahr (Jahrland) mit dem Spaten und bepflanzten oder besäten es.
Als dritte soziale Schicht sind die Häusler mit einem Häuslein und einem Garten oder einem Stück Wiese, welche nur auf Grund der Größe geringen wirtschaftlichen Nutzen besaß und deshalb "Vor einer Ziege" in den Chroniken bezeichnet wurde, zu nennen. Sie waren meist Handwerker, während die nichtansässigen Dörfler zur Miete wohnten und als Gesinde und Hausgenossen ihr Brot verdienten. Der Schmied des Ortes war gewöhnlich Gemeindeschmied und das von ihm bewohnte Häuschen auf dem Gemeindeanger war Gemeindebesitz. Außer dem Schmied fanden sich die Leinweber und Schneider ein; denn nach der Landesordnung von 1482 waren nur diese drei Handwerksarten auf den Dörfern zugelassen.
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